22.05.2020

Werbeclub Ostschweiz

Die Coronakrise hinterlässt Spuren

Eine Mitgliederumfrage zeigt: Fast ein Viertel der Befragten bekommt derzeit keine Aufträge mehr.

Der Werbeclub Ostschweiz hat gut 150 Firmen- und Einzelmitglieder, fast 90 haben an der Umfrage teilgenommen. Gut 47 Prozent der befragten Mitglieder – zu denen Kommunikationsagenturen, Webagenturen, Dienstleister wie Druckereien, aber auch Eventveranstalter gehören – geben an, dass ihr Unternehmen stark bis sehr stark von der Coronakrise betroffen ist. Die Auswirkungen der aktuellen Situation bekommen die meisten zu spüren: 48 Prozent erhalten weniger, fast ein Viertel sogar praktisch gar keine Aufträge mehr. Immerhin: Gut jedes zehnte Unternehmen scheint mehr bis viel mehr Aufträge zu akquirieren, heisst es in einer Mitteilung.

1Auswirkungen


Zwar rechnet der Grossteil der Befragten (58 Prozent) mit wenig bis keinem Umsatzverlust, dafür jeder Fünfte mit 50 oder mehr Prozent Umsatzverlust für 2020.

2Umsatzverlust


Von der wohl bekanntesten «Gegenmassnahme», der Kurzarbeit, machen knapp die Hälfte aller Antwortenden Gebrauch. Knapp drei Viertel haben dafür aber keinen Überbrückungskredit beantragt. «Nur» jedes fünfte Unternehmen musste so weit gehen, heisst es in der Mitteilung weiter. Entlassungen waren gemäss der Umfrage die Ausnahme: Über 95 Prozent gaben an, keine Mitarbeitende entlassen zu haben.

Massnahmen des Bundes angemessen

63 Prozent der Befragten empfinden die vom Bund getroffenen Massnamen zur Eindämmung von Covid-19 als angemessen und ausreichend. Gut jeder Vierte hingegen meint, diese gingen zu weit.

Noch mehr Zuspruch erhält der Bund bei seinem Vorgehen zum schrittweisen «Wiedereinstieg»: Über 70 Prozent halten die Exitstrategie für sinnvoll, da sie für Handlungsspielraum sorgt. Gut 16 Prozent monieren jedoch, dass es sich um eine unfaire Lösung handle, da kein gleiches Recht für alle gelte.

4Massnahmen


Gut 20 Prozent der Antwortenden rechnen für das laufende Jahr mit Schwierigkeiten in Sachen Liquidität. Etwas mehr als die Hälfte hält dies für eher bis sehr unwahrscheinlich – wobei diese Einschätzung sicher vom weiteren Verlauf der Krise abhängt: Denn anhaltende Nachfragerückgänge, verlängerte behördlich verordnete Einschränkungen und Zahlungsausfälle von Kunden führen zwangsweise zu Liquiditätsproblemen, schreibt der Werbeclub Ostschweiz.

Aber: Die Ostschweizer Kreativszene lasse sich den Optimismus nicht nehmen. Denn immerhin mehr als die Hälfte aller Befragten rechnet damit, dass ihr Unternehmen bis spätestens im zweiten Halbjahr 2020 keine negativen Folgen der Corona-Krise mehr zu spüren hat. (pd/cbe)

 



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