12.02.2020

Agenturschliessung

Die Zürcher Kreativagentur Tbd. macht zu

Eine weitere Schweizer Kreativagentur gibt auf. Die drei Partner von Tbd. erklären die Hintergründe. «Die Büroräume zu verlassen, reut uns tatsächlich sehr», sagt Mit-Inhaber Tom Seinige.
Agenturschliessung: Die Zürcher Kreativagentur Tbd. macht zu
Sie gründeten die Agentur Tbd. im Juli 2011: Tom Seinige, Susan d’Erlanger und Sandro Nicotera. (Bild: zVg)
von Edith Hollenstein

Tom Seinige, Susan d’Erlanger und Sandro Nicotera, Sie schliessen Ihre Agentur Tbd. Mit welchen Gefühlen machen Sie diesen Schritt?
Susan d'Erlanger: Mit SVA Zürich, EcoDrive/Energie Schweiz, Denner, ZVV, Cashgate, Jensen, SVV, Tamedia, Swisscom und vielen mehr, hatten und haben wir wunderbare Kunden, mit denen wir fast neun Jahre erfolgreich unterwegs waren. Klar, dass wir dieses Kapitel mit einem weinenden Auge abschliessen. Gleichzeitig freuen wir uns mit einem lachenden Auge auf das neu aufzuschlagende Kapitel.

Trotz bemerkenswerten Erfolgen bei Kreativwettbewerben wollen Sie und Ihre beiden Geschäftspartner Tbd. nicht weiterführen. Warum?
Sandro Nicotera: Wie Sie richtig sagen, war Tbd. sowohl wirtschaftlich wie kreativ erfolgreich. Aktuell gehören wir gar zu den Top 10 der Schweizer Kreativagenturen. Es gibt darum wohl keinen besseren Zeitpunkt, um aus dieser Position des Erfolgs einen Strich zu ziehen und etwas Neues zu beginnen.

Noch vor drei Jahren sagten Sie als Agentur, die projektbezogen auf Mandatsbasis Spezialisten zusammenstellt, sei Tbd. ideal aufgestellt. Was hat sich seither verändert?
Tom Seinige: Einzig und allein die Wünsche für unser zukünftiges Berufsleben.

«Wir wollten etwas Neues beginnen»

Warum haben Sie sich gegen einen Zusammenschluss mit einer anderen Agentur entschieden?
D'Erlanger: Einerseits hätte das schon Aufgrund unseres Konzeptes keinen Sinn gemacht. Andererseits hätten wir ja dann nicht wirklich etwas Neues beginnen können.

Sie hätten auch eine Pop-up-Agentur werden können, den Namen ändern oder sonst etwas Originelles …?
Nicotera: Ja, das hätten wir machen können, wollten wir aber nicht.

Mussten Sie Mitarbeitenden oder Freelancern kündigen?
Nicotera: Das Tbd.-Konzept beruht ja gerade darauf, zugunsten der Agilität auf eine fixe Belegschaft zu verzichten. Darum mussten wir niemandem kündigen, weil wir keine Mitarbeitenden haben.

Bildschirmfoto 2020-02-12 um 15.59.37

Trotzdem macht Ihr Büro einen betreibsamen Eindruck (siehe Bild unten). Was machen Sie mit den Räumen?
Seinige: Diesen coolen Raum zu verlassen, reut uns tatsächlich sehr. Im Sommer konnten wir einfach Klapptisch und -stühle aufs Trottoir stellen und hatten unsere Sonnenterrasse. Dank der Lage und unserem Namen Tbd. erlebten wir zudem fast täglich neue Geschichten für den Anekdotenschatz. Kurz: Wir gehen Ende April raus, wer dann reingeht, ist noch nicht bestimmt. Wer Interesse hat, sollte sich aber bald melden, wir erhalten im Moment täglich Besuch.

«Es öffnen sich neue Türen»

Was raten Sie anderen Werbern und Agenturchefinnen, die unsicher sind, ob sie Ihre Agentur weiterführen sollen?
Seinige: Wir sind sehr weit davon entfernt, jemand anderem Ratschläge erteilen zu können oder zu wollen.

Welche Einsichten haben Sie in Ihrer langen Zeit in der Werbung gewonnen?
Erlanger: Hier ziehen wir den Joker.

Was haben Sie Neues vor?
Erlanger: Das wissen wir alle drei noch nicht. Aber je länger klar ist, dass Tbd. die operative Tätigkeit einstellt, desto mehr zeichnet sich ab, dass sich neue Türen öffnen.



Newsletter wird abonniert...

Newsletter abonnieren

Wollen Sie Artikel wie diesen in Ihrer Mailbox? Erhalten Sie frühmorgens die relevantesten Branchennews in kompakter Form.

Kommentar wird gesendet...

Kommentare

  • Claude Bürki, 14.02.2020 14:32 Uhr
    Kurioser Abgang.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Anzeige
Zum Seitenanfang20200229

Die Branchennews täglich erhalten!

Jetzt Newsletter abonnieren.