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Comeback auf dem Pizzo Groppera

Matthias Ackeret

Bundespräsident Parmelin reist nach Brüssel, Prinz Charles nach Los Angeles und Roger Schawinski in die eigene Vergangenheit. Der Tages-Anzeiger brachte dieser Tage ein Bild, das Schawinski in Che-Guevara-Pose unter der Monsterantenne auf dem Pizzo Groppera zeigt (persoenlich.com berichtete). Die Aufnahme ist 41 Jahre alt, doch wahre Revolutionäre altern nicht. Per richterlichem Beschluss will der Radiopionier den Verzicht der Einstellung des UKW-Netzes erwirken. Die Branche tobt. Roger gegen den Rest der Welt. Diesmal hat er nicht nur die SRG im Visier, sondern auch noch die anderen Privatradios, die künftig auf DAB setzen.

Ohne blasphemisch zu werden: Die Leidensgeschichte von DAB hat fast schon biblische Dimensionen. Bereits vor 25 Jahren wurde die Technologie als radiofones Wundermittel empfohlen. In zwei Jahren will jetzt die Schweiz definitiv zum medialen Sonderfall werden und auf UKW verzichten; ein Unterfangen, von welchem die Engländer bereits zweimal zurückgeschreckt sind.

Schawinskis Argument: Rund ein Drittel der Schweizer nutzen immer noch UKW, sehr viele davon im Auto. Ob diese künftig wirklich ein teureres DAB-Radio einbauen, beruht auf dem Prinzip Hoffnung. Zumal die Zahllust – wie das Internet gezeigt hat – für Medien bekanntlich klein ist. Einen negativen Gerichtsentscheid würde Schawinski akzeptieren, ein Comeback auf dem Pizzo Groppera schliesst er aus. Irgendwann, das wissen Revolutionäre, ist etwas vorbei. Ausser die Einführung von DAB.

 


 
Matthias Ackeret ist Verleger und Chefredaktor von persönlich und persoenlich.com.

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