24.01.2011

Twitter

Wird zum Flutretter in Australien

Behörden kommunizieren im Hochwasser über Social Media.

Zu Unrecht wird Social Media aufgrund seiner oft belanglosen Gesprächsinhalte geringgeschätzt. Denn im Notfall entwickeln sich Facebook, Twitter und Co immer mehr zu verlässlichen Helfern, berichten Experten vom Centre for Excellence for Creative Industries and Innovation. Beim immer noch anhaltenden Hochwasser im australischen Bundesstaat Queensland sei deutlich geworden, wie wertvoll Social Media im Notfall für die Weitergabe von Informationen und Mobilisierung sei.

Wie nie zuvor bei einer Katastrophe haben die australischen Behörden Social Media ernst genommen. Twitter-Meldungen entwickelten sich für die Öffentlichkeit und sogar für die Polizei und die Einsatzkräfte zu einer der wichtigsten Informationsquelle. Bei der Überflutung der Stadt Brisbane wurden zum Thema tagsüber rund 1'200 Tweets pro Stunde geschrieben.

"Twitter informierte über Hochwasserstände, Straßenschließungen sowie Bedürfnisse von abgeschnittenen Ortschaften und erleichterte die Koordination von Hilfsmaßnahmen. Die Behörden nutzten es auch gezielt, um etwa falsche Gerüchte gleich im Keim zu ersticken", berichtet Axel Bruns von der Queensland University of Technology. Wo die Telefonleitungen zusammengebrochen seien, nutzten viele Menschen das Handy für den Zugang zu Facebook und Twitter.

Welche Dienste Social Media im konkreten lieferten, zeigt Bruns anhand von Beispielen. "Der Ort Mogill wurde etwa von einem Fluss von der Außenwelt abgeschnitten. Bewohner riefen über Twitter um Hilfe, und schon kurz darauf antwortete der Premierminister selbst, dass man nicht auf den Ort vergessen habe und dass Hubschrauber mit der nötigsten Versorgung bereits unterwegs seien." Ein von den Fluten bedrohtes Tierheim organisierte über Social Media im Handumdrehen genug Freiwillige, die Tieren übernehmen wollten.

"Twitter gelang es besser, Informationen weit und schnell zu verbreiten, Facebook hatte seine Stärken in der Übermittlung von Details und Aktivitäten der Koordination", berichtet Bruns. Facebook erleichterte etwa die Kontaktaufnahme mit von der Flut betroffenen Freunden und Familienangehörigen und die Mobilisierung von Hilfsgütern. "Zweifelsohne wird Social Media in zukünftigen Katastrophenfällen zum Schlüsselwerkzeug für jede Hilfsmaßnahme sein", so der Experte. (pte)



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