01.08.2021

#SecondoAugust

Auffälliges Inserat kritisiert Medienbericht

In der NZZ am Sonntag wehrt sich Unternehmer Benard Duzhmani in einer bezahlen Anzeige gegen einen Artikel, der im Beobachter erschienen ist. Für die Kampagne wurde die Zürcher Agentur Rod Kommunikation engagiert.
von Christian Beck

«Gedanken zum Secondo August» heisst es in einer bezahlten Anzeige in der aktuellen NZZ am Sonntag. «Gegen mich und meine Firma wurden in einem Artikel unter dem Schlagwort ‹Illegal› schwere Vorwürfe erhoben», schreibt Benard Duzhmani, Gründer von Swiss Home Finance. Gemeint ist ein Artikel im Beobachter, wie aus der Anzeige hervorgeht.

«Der Artikel bedient einen Reflex zu meinem Herkunftsland», heisst es weiter. Duzhmani hat kosovarische Wurzeln, aufgewachsen ist er seit seinem vierten Lebensjahr in der Schweiz.

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Parallel zum Inserat unter dem Titel «Gedanken zum Secondo August» verschickte Duzhmani am späten Vormittag des Nationalfeiertags auch noch eine Stellungnahme. Darin heisst es, dass ihn die Berichterstattung vom Dezember 2020 «empfindlich» in seiner beruflichen Existenz tangiert habe. «Der Vorwurf illegaler Praktiken ist gravierend. (…) In meinem Fall hatte der Vorwurf zur Folge, dass ich mitten in der Coronakrise 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kündigen musste», schreibt er.

Der Vorwurf des Beobachters war: Swiss Home Finance setze Angestellte derart unter Druck, dass diese die Kundendokumente gleich selber unterschreiben würden. Duzhmani dementierte schon damals. Heute schreibt er: «Obwohl es keinen Verdacht gibt und ohnehin keine Anklage, reicht offenbar eine Intrige, um das Wohlergehen von zahlreichen Menschen zu gefährden und mich zu stigmatisieren.»

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Duzhmani lanciere die Aktion «Secondo August», weil er Fragen habe: Wann ist Integration erfolgreich? Wann ist man als Migrant oder Migrantin in unserer Gesellschaft angekommen? «Wenn es mit dieser Kampagne gelingt, einige Menschen in der Schweiz – mit oder ohne Migrationshintergrund – dazu zu inspirieren, sich Gedanken zu machen, wie wir fairer und vorurteilsfreier miteinander umgehen können, werte ich diese Aktion als Erfolg», heisst es in der Stellungnahme.

Unterstützt wird Benard Duzhmani von David Schärer, Gründungspartner der Zürcher Agentur Rod Kommunikation. Dieser wird im Schreiben als Duzhmanis Kommunikationsberater aufgeführt. «Die Konsequenzen, die der Artikel für ihn beruflich und persönlich hatten, sind enorm. Bernard Duzhmani ist es ein Anliegen, dass sein Standpunkt auch öffentlich in diesem Fall eingebracht wird», so Schärer in einem persoenlich.com-Interview.

Und was sagen die Verantwortlichen des Beobachters zur ganzseitigen Anzeige, die in der NZZ am Sonntag erschienen ist? «Wir haben Kenntnis vom Inserat – der Beobachter hält an seiner Berichterstattung fest», so Ringier-Sprecher Mike Pelzer am Sonntag auf Anfrage.

Das Inserat «Gedanken zum Secondo August» soll am Montag, 2. August, auch noch in der Pendlerzeitung 20 Minuten erscheinen.



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