02.07.2021

RTS

Bericht bringt Mitarbeiterinnen zum Weinen

Die Informationsveranstaltung beim Westschweizer Radio und Fernsehen ist hochemotional gewesen.
RTS: Bericht bringt Mitarbeiterinnen zum Weinen
Drei Anwältinnen und ein Anwalt des Genfer Anwaltsbüros Collectif de Défense haben der RTS-Belegschaft am Donnerstag die Resultate ihrer Arbeit präsentiert. (Bild: Keystone/Martial Trezzini)

Die Missstände beim Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) sind komplexer und gravierender als bislang bekannt. Das beauftragte Anwaltskollektiv hat in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht zahlreiche weitere Vorwürfe aufgezeigt (persoenlich.com berichtete).

Die Tamedia-Zeitungen haben «Kenntnis vom Inhalt der Präsentation und vom anschliessenden Austausch mit RTS-Mitarbeitern und Direktor Pascal Crittin», wie es in einem Artikel heisst. So sei die Informationsveranstaltung «hochemotional» gewesen, einzelne Mitarbeiterinnen hätten geweint. Sie hätten von einem «absoluten Skandal» gesprochen.

Wie die Tamedia-Zeitungen weiter schreiben, könnte nach der Präsentation neuer Fakten auch die Verantwortung von SRG-Generaldirektor Marchand nochmals geprüft werden. RTS-Direktor Crittin soll gesagt haben, dass die SRG allenfalls bereit sei, nochmals Abklärungen zu machen, sollte es «gesicherte Fakten» geben, die dies verlangen würden.

Zwei Pläne für SRG ohne Marchand

Im Zusammenhang mit den sexuellen Belästigungen habe Marchand seine Pflichten nicht verletzt, befand der SRG-Verwaltungsrat im April. Jedoch gab es eine Gegenstimme. Und die kam laut den CH-Media-Zeitungen von Andreas Schefer, Präsident der SRG Deutschschweiz.

Wie CH Media weiter schreibt, seien zwei Optionen geprüft worden, für den Fall, dass Marchand hätte gehen müssen. Eine Option sah vor, dass SRG-Präsident Jean-Michel Cina interimistisch die operative Führung übernommen hätte, gemeinsam mit SRG-Generalsekretär Walter Bachmann.

Die zweite Option: SRF-Direktorin Nathalie Wappler, Marchands Stellvertreterin, hätte den Posten übernommen. Wäre sie zur SRG-Generaldirektorin aufgestiegen, wäre SRF von einem Gespann geführt worden: von Kulturchefin Susanne Wille und Christoph Gebel, Leiter Produktion und Technologie, so die CH-Media-Zeitungen. (cbe)



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