09.03.2017

No Billag

Finanzierte Walter Frey die Initiative?

Nach den Berichten um ein mögliches Kaufangebot für den «Blick», gerät der frühere SVP-Nationalrat erneut in die Schlagzeilen. Grund ist ein Mailwechsel, aus dem die WOZ zitiert.
No Billag: Finanzierte Walter Frey die Initiative?
Der Alt-Nationalrat (SVP) Walter Frey. (Bild: Keystone)

Am Wochenende berichtete die «NZZ am Sonntag», der frühere SVP-Nationalrat Walter Frey habe dem «Blick» ein Kaufangebot über 230 Millionen Franken unterbreitet (persoenlich.com berichtete). Tags darauf dementierte Frey in der «Tagesschau» (persoenlich.com berichtete). Wenige Tage später sorgt der Name Walter Frey nun erneut für Wirbel. «Finanzierte Frey No Billag», fragt die Wochenzeitung WOZ in der Ausgabe vom Donnerstag.

Die Autoren zitieren aus einem Mailwechsel vom 4. Juli 2014 zwischen No-Billag-Initiant Olivier Kessler und einem Mitstreiter. «Wie du vielleicht gehört hast, haben wir von Walter Frey eine Spende von 100'000 Franken erhalten für No Billag (bitte vertraulich behandeln)», heisst es laut WOZ in dem E-Mail. Diese sei in Kopie an Florian Maier, der auch im Initiativkomitee sitzt, geschickt worden.

Frey hält sich auf Anfrage der WOZ bedeckt und sagt: «Ich gebe prinzipiell weder zu wirklichen noch angeblichen Spenden Auskunft», heisst es im Artikel. Auch Kessler und Maier geben der Zeitung keine Auskunft. Kessler wirft der WOZ vor, die Zeitung versuche die Initiative zu diskreditieren. Aus diesem Grund wolle er mit ihr keinen Kontakt haben.

Ständerat lehnt Initiative ab

Der Ständerat hat sich am Mittwoch gegen die Initiative zur Abschaffung der Radio- und TV-Gebühren ausgesprochen. Eine Abstimmung war nicht nötig, im Rat herrschte seltene Einigkeit: Die Annahme der Initiative würde das Funktionieren der Demokratie gefährden, lautete der Tenor.

Über die Initiative entscheidet nun der Nationalrat. Dahinter stehen Vertreter der Jungen SVP und der Jungfreisinnigen. Die Initianten argumentieren, die Programme der SRG gefielen nicht allen. Dass alle dazu gezwungen würden, sie über «Zwangsgebühren» mitzufinanzieren, sei unfair. Es gelte, der SRG den Geldhahn zuzudrehen. (wid/sda)



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Kommentare

  • Armin Keusch-Walter, 12.03.2017 07:21 Uhr
    Die "NZZ am Sonntag" vom 12.03.2017 berichtet: "Nach einer Woche hektischer Stellungnahmen und Dementis hat das Medienunternehmen Ringier am Samstagnachmittag für Klarheit gesorgt: Es bestätigte auf Anfrage, dass der Basler Anwalt Martin Wagner eine Kaufofferte für die Blick-Gruppe vorgelegt habe. Das Angebot belief sich auf 200 Millionen Franken. Ringier teilte weiter mit, dass Wagner als Hauptinvestor den vormaligen SVP-Nationalrat und Autohändler Walter Frey genannt habe. Freys Name war auch auf einem von Wagner verbreiteten Schema des Projekts als Investor aufgeführt. Wenige Tage nachdem Wagner Mitte Februar 2017 in Ringiers Medienhaus das Kaufangebot präsentiert hatte, meldete sich laut mehreren Quellen Walter Frey telefonisch bei der Ringier-Konzernspitze und erkundigte sich nach der Bereitschaft des Unternehmens, die Blick-Gruppe zu verkaufen. Frey dementiert trotzdem, Ringier direkt oder indirekt über den Anwalt Wagner eine Kaufofferte für die Blick-Gruppe unterbreitet zu haben." - Da kann man nur sagen: "Wer einmal lügt...!"
  • Arnold Müri, 11.03.2017 18:12 Uhr
    Lieber Kurt Heller, in Walter Freys Branche ist Transparenz ein Fremdwort!
  • Kurt Heller, 10.03.2017 16:30 Uhr
    Der Frey soll doch finanziell unterstützen was er will. Nur sollte es dann auch transparent sein. Sonst ist es Mauschelei.
  • Hans Loos, 10.03.2017 14:17 Uhr
    @ Herger: Die Gleichsetzung von "Juso" und "Studenten" stimmt schon einmal nicht. Und was die Initiativen und Kampagnen betrifft, so hat noch immer die SVP die Nase vorn. Zum Inserate-Umfeld: Passen muss vor allem die Werbewirksamkeit eines Mediums auf das anzusprechende Zielpublikum. In dem von mir angezogenen Beispiel sind die Autohändler jeweils rasch wieder zurückgekehrt, weil sie sich mit ihrem Boykott letztlich selbst geschadet haben.
  • Nico Herger, 10.03.2017 13:47 Uhr
    Herr Rüttimann, Initianten finanziell zu unterstützen, ist doch legitim. Das ist auch bei der Juso so, es ist klar, dass diese Studenten ihre zahlreichen Initiativen und Kampagnen nicht selber finanzieren, sondern von den reichen Gewerkschaften gesponsert werden. Im Übrigen ist jedes Unternehmen frei, dort Inserate zu schalten, wo ihm das Umfeld passt. Von Boykott kann keine Rede sein. Greenpeace inseriert ja auch nicht in der ACS-Zeitung.
  • Carlo Rüttimann, 10.03.2017 09:51 Uhr
    Ja, so ist es, Herr Güttinger: Es gibt Leute, die mit demokratischen Mitteln nicht durchkommen, aber genug Geld haben, um ihre Vorstellungen durchzusetzen. Bei der Autolobby von Herrn Frey und Konsorten darf auf die Medien ausnahmsweise auch einmal auch ein Inserateboykott angesetzt werden.
  • Jules Güttinger, 09.03.2017 20:14 Uhr
    Falls Walter Frey wie viele andere auch der Meinung ist, dass bezüglich Fernsehgebühren nicht alles rund läuft, ist es nicht mehr als legitim, wenn er Personen, die etwas dagegen unternehmen den Weg ein bisschen ebnet. Danke Herr Frey. Es ist halt schade, wenn man mit demokratischen Mitteln nicht gegen die Ansichten von Holzköpfen nicht ankommt.
  • Franz Huber, 09.03.2017 16:11 Uhr
    Pressefreiheit statt Presse-Frey-heit!
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