19.09.2021

Medienförderung

Verlegerverband steht hinter Medienpaket

Der Verlegerverband Schweizer Medien stellt sich geschlossen hinter das im Parlament verabschiedete Medienförderungspaket. Wie er nach der jährlichen Mitgliederversammlung am Freitag mitteilte, sei das Paket als Beitrag zur Medien- und Meinungsvielfalt dringend und nötig.
Medienförderung: Verlegerverband steht hinter Medienpaket
Das Gesamtpräsidium des Verlegerverbandes Schweizer Medien stellt sich geschlossen hinter das Medienpaket (v.l.): Beat Lauber (Meier + Cie AG Schaffhausen), Gilbert Bühler (Freiburger Nachrichten), Andrea Masüger (Somedia), Peter Wanner (CH Media), Präsident Pietro Supino (TX Group), Christof Nietlispach (Freiämter Regionalzeitungen) und Hanspeter Kellermüller (NZZ). (Bild: zVg)

Das dreiteilige Massnahmenpaket bilde eine wichtige Investition in die Marktfähigkeit der privaten Medien, schrieb der Verlegerverband (VSM). Zudem würden die Fördergelder für die privaten Radio- und TV-Sender ausgebaut.

Der erste Teil der Förderung fliesse bereits seit Jahren, und die Erhöhung des Bundesbeitrags an die Post für die Zustellung von Zeitungen sichere deren Versorgung mit gedruckter Information. Zugleich werde ein Systemfehler korrigiert, indem auch die Frühzustellung zu ermässigten Tarifen erfolge.

Der zweite Teil mit der befristeten Förderung von Onlinemedien trägt gemäss den Verlegern dem digitalen Wandel Rechnung. Grosse Herausforderung dabei sei das Durchsetzen von Bezahlmodellen. Der Verlegerverband unterstützt die Ausrichtung der Förderung auf den Markterfolg der Onlinemedien.

Ungleicher Wettbewerb mit Internationalen

Der dritte Teil des Pakets unterstützt gemäss VSM die Medien bei der Transformation. Im ungleichen Wettbewerb mit den internationalen Plattformen würden die Fördergelder einen wichtigen Beitrag leisten.

«Das Medienpaket ist ein dringlicher Beitrag zu guten Rahmenbedingungen, um die Vielfalt und die Qualitäten der Schweizer Medienlandschaft zu erhalten. Damit werden die direkte Demokratie und der Föderalismus gestützt», wird Verlegerpräsident Pietro Supino in der Mitteilung zitiert.

Das Medienförderungspaket wird mit dem Referendum bekämpft (persoenlich.com berichtete). Das Referendumskomitee hat nach eigenen Angaben die nötigen 50'000 Unterschriften zusammen. Gemäss Beschlüssen des Parlaments in der Sommersession sollen die Schweizer Medien während sieben Jahren direkt und indirekt mit 120 Millionen Franken mehr gefördert werden als bisher.

Kommt das Referendum definitiv zustande, wird sich der VSM zusammen mit anderen Organisationen der Branche im Komitee «Die Meinungsfreiheit» für ein Ja zum Medienpaket einsetzen.

Gutbesuchtes VSM-Jahrestreffen

Rund 100 Personen besuchten die traditionelle Mitgliederversammlung des VSM am Donnerstag im Restaurant Daizy im Zürcher Binzquartier. Verlegerpräsident Pietro Supino nannte in seiner Ansprache weiter die Eindämmung möglicher Marktverzerrungen durch die SRG und andere bundesnahe Betriebe, die Einführung eines Leistungsschutzrecht für die Presse sowie der Einsatz für die Werbe- und Pressefreiheit als wichtige Zielsetzungen der medienpolitischen Aktivitäten des VSM.

Premiere von Geschäftsführer Stefan Wabel

Durch das anschliessende Programm des VSM-Jahrestreffens führte erstmals der neue Geschäftsführer Stefan Wabel. Vorgänger Andreas Häuptli, der zum TCS wechselte, wurde von Pietro Supino mit lobenden Worten verabschiedet. In ihrem anschliessenden Keynote-Referat zeigte Professorin Lucy Küng, Reuters Institut der University of Oxford und Verwaltungsrätin der NZZ-Gruppe, die Auswirkungen der Covid-Krise auf die Kultur von Unternehmen und Organisationen auf.

In der anschliessenden Podiumsdiskussion, moderiert von persönlich-Verleger Matthias Ackeret, diskutierte Küng zusammen mit Martina Flurina Gammeter, Verlegerin/Unternehmensleiterin Gammeter Media, Michael Wanner, Geschäftsführer Watson, und Michi Frank, CEO Goldbach Group, über die aktuelle Herausforderungen in der Medienbranche. Einig war sich die Diskussionsteilnehmer, dass ihre Firmen die Krise eigentlich ganz gut gemeistert hätten. Beachtenswert: Martina Flurina Gammeter hob nochmals die Bedeutung des Medienpakets für ihren Verlag hervor, Michi Frank forderte mehr Gemeinsamkeit der Verlagshäuser und Michael Wanner prangte die Onlineoffensive der SRG an, die still und heimlich im Schatten des Medienpakets passiere, eine massive Wettbewerbsverzerrung bedeute und bei den privaten Anbieter einen grossen Schaden anrichte. (sda/pd/cbe/ma)



Bilder vom VSM-Jahrestreffen finden Sie in hier.



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